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Gefesselt, Augen verbunden und bestraft: Palästinensische Kinder in israelischen Militärgefängnissen

18.04.2012

   Dieser Bericht ist das Ergebnis von vier Jahren Arbeit von DCI (Defense for Children International - Palestine Section). Seit seiner Gründung im Jahr 1991 hat diese Organisation über 3000 palästinensische Kinder vor israelische Militärgerichten vertreten und eine ähnliche Zahl von Kindern in Militärgefängnissen besucht. In den letzten 20 Jahren hat die Organisation wöchentlich von diesen Kindern Berichte erhalten, mit der Behauptung, dass sie während der Haft durch die israelischen Militär- und Zivilbehörden  misshandelt wurden. Wenn dies bewiesen ist, würden viele dieser Berichte Vergehen  gegen die UNO Konventionen über das Recht des Kindes darstellen und bildet grausame, unmenschliche oder degradierende Behandlung oder Strafe in Bezug auf die UN Konvention gegen Folter. In manchen Fällen könnte die Behandlung tatsächlich Folter bedeuten. 
 
Dieser Bericht wurde von der Europäischen Union unterstützt, und konzentriert sich auf die Bestätigung der Berichte von Misshandlung und Folter bei Kindern im Israelischen Militärhaftsystem. Die Ergebnisse des Berichts beruhen auf 311 eidesstattlicher Erklärungenvon den Kindern zwischen Jänner 2008 und Jänner 2012. Der Bericht beinhaltet auch: 
 
° ein Interview mit einem Rechtsanwalt der Kinder vor Militärgerichten vertritt.
 
° ein Interview mit dem Direktor des YMCA Rehabilitationsprogramm
 
° ein Interview mit einem israelische Soldaten, mit freundlicher Genehmigung von Breaking  the Silence
 
° eine psychologische Meinung über die Auswirkung der militärischen Haft an Kindern und
 
° 25 Fallstudien von verhafteten Kindern 
 
Der Bericht stellt fest, dass ein systematisches Muster von Misshandlung aufliegt, und in einigen Fällen Folter von Kindern die sich im Militärhaftsystem befinden mit einem Grosteilder Vergehen die in den ersten 48 Stunden der Verhaftung stattfinden.  Die wichtigsten Ergebnisse des Berichts sind auf der nachstehenden Tabelle festgehalten: 
 
Allgemeine Beschwerden und besorgniserregende Bereiche 
Anzahl der Fälle und  Prozentsatz                                                                                                                       1 Handfesseln                                                                           296                      95%
 
2 Verbundene Augen                                                                281                      90%
 
3 Körperliche Gewalt                                                                234                      75%
 
4 Haft innerhalb Israels in Übertretung des Artikes 76                196                       63%
 
5 verhaftet zwischen Mitternacht und 5:00 früh                           188                       60%
 
6 Geständnis während des Verhörs                                            180                       58%
 
7 Drohungen                                                                              178                       57%
 
8 verbale Vergehenund/oder Demütigungen                                169                       54%
 
9 Nacktuntersuchung                                                                 102                       33%
 
10 Überstellugen auf dem Boden des Fahrzeugs                           98                       32%
 
11 unterschriebene und vorgezeigte Dokumente in Hebräisch        91                       29%
 
12 Isolationshaft                                                                          38                       12% 
 
Die Aussagen verraten, dass die meisten Kinder aus Dörfern die nahe an Reibungspunkten liegen verhaftet werden, nämlich in der Nähe von  Kolonien, die im Vergehen des Völkerrechts gebaut wurden, oder auf Strassen die von der israelischen Armee oder den Siedlern benutzt werden. Der Bericht beinhaltet 10 Vorschläge, die, wenn sie befolgt werden, die Misshandlungen verringern,aber niemand soll der Illusion stattgeben, dass die im Bericht aufgezeigten Misshandlungen ausgeschaltet werden können,solange die Reibungspunkte aufrecht bleiben und die palästinensischen Kinder als Menschen zweite Klasse  behandelt werden.

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