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Blogger Majd Kayyal verhaftet

18.04.2014

Der in Haifa lebende palästinensische Journalist und Blogger Majd Kayyal (23 Jahre alt) wurde auf seiner Rückreise aus dem Libanon von den israelischen Sicherheitskräften an der jordanischen Grenze verhaftet. Offizieller Grund der Verhaftung ist „Aufenthalt in einem feindlichen Land“. Ihm wird seit drei Tagen jeder Kontakt mit der Außenwelt verweigert. Er darf auch keinen Anwalt sprechen.Majd Kayyal reiste vergangene Woche nach Beirut um an einer öffentlichen Podiumsdiskussion der prominenten libanesischen Tageszeitung Al-Safir teilzunehmen, für welche er als Korrespondent in Palästina arbeitet. Der junge Journalist schreibt regelmäßig in Al-Safir sowie in anderen arabischen Zeitungen und Webseiten. Sein Blog "Message to the Tricontinental" ist einer der bekanntesten und sarkastischen palästinensischen Blogs.
 
Majd Kayyal ist auch als politischer Aktivist bekannt. 2011 nahm er an einer internationalen Solidaritätsflottille nach Gaza teil, die von der israelischen Marine gekapert wurde. (Siehe auch: http://www.gazamussleben.at/de/3201) Damals fanden die israelischen Behörden keinen juristischen Grund, ihn zu verurteilen: Es gibt kein Gesetz, das einem „israelischen Bürger“ verbietet, sich auf „israelischem Gewässer“ aufzuhalten. Im Oktober desselben Jahres war Kayyal Mitgestalter und Teilnehmer eines spektakulären Solidaritätshungerstreiks mit den streikenden palästinensischen Gefangenen. Unter dem Slogan „Hungrig nach Freiheit“ besetzten damals 12 palästinensische Aktivisten einen Platz in Haifa und schlossen sich so dem Hungerstreik von hunderten palästinensischen Gefangenen an. Rund um diesem Streik entwickelte sich eine Protestwelle in Haifa und anderen palästinensischen Städten. Diese Aktion trug wesentlich zur Stärkung der Solidaritätskampagne mit den Gefangenen bei.
 
Der israelische Staat hat daher mehrere politische Gründe, M. Kayyal hinter Gitter zu bringen. Das Gesetz, das „Aufenthalt in feindlichem Gebiet“ verbietet, ist selbst ein Zeichen der Diskriminierung gegen Palästinenser. Es wird selektiv auf Palästinenser appliziert, um ihre Verbindung mit der arabischen Umgebung zu erschweren. So besuchte 2012 der israelische Journalist  Etai Engel Syrien und berichtete von dort aus, ohne bei seiner Rückkehr verhaftet zu werden.
 
Majd Kayyal wurde verhaftet, weil er als Journalist seinen offiziellen Arbeitgeber, die Zeitung Al-Safir besuchte. Er stellt keine Gefahr für die Sicherheit Israels dar. Vielmehr sind es seine kreativen Schriften und mutige Aktionen, die dem Apartheidstaat Kopfschmerzen verbreiten.
 
 

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