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Lasst Mahmud Sarsak nicht sterben!

04.06.2012

Mahmud Sarsak ist seit 76 Tagen im Hungerstreik. Er ist unmittelbar mit dem Tod bedroht. Doch das rassistische Regime Israels rechnet damit, dass unsere Aufmerksamkeit nach dem jüngsten Massenhungerstreik und der erfolgreichen Solidaritätskampagne nachgelassen hat. Das israelische Regime treibt Mahmud bewusst in den Tod. Im Gegensatz zu Khader Adnan, der in das Krankenhaus Safad verlegt wurde, gewährt es Mahmud Sarsak und Akram Rikhawi, der seit 52 Tagen im Hungerstreik ist, absichtlich keine ordentliche medizinische Versorgung. Am 30. Mai räumte ein israelisches Gericht der Gefängnisverwaltung eine lange Frist ein, bis 10. Juni, bevor die Gefängnisleitung den beiden Hungerstreikenden auch nur Zugang zu unabhängigen Ärzten gewähren soll, obwohl ihr Leben unmittelbar in Gefahr ist.
 
Der Massenhungerstreik erreichte das Versprechen, dass die meisten palästinensischen Gefangenen, die ohne Anklage und Gerichtsverfahren in so genannter „Verwaltungshaft“ festgehalten werden, freigelassen werden sollen, und dass die Kriterien für diese „Verwaltungshaft“ verschärft werden. Mahmud Sarsak wird jedoch nach einer anderen Bestimmung festgehalten, als „illegaler feindlicher Kämpfer“, ohne Anklage, ohne Prozess und Rechtsaufsicht.
 
Obwohl er seit fast drei Jahren in Gefangenschaft sitzt, wissen wir über Mahmud Sarsak aus Rafah nur, dass er ein Fußballspieler der palästinensischen Nationalmannschaft war. Er wurde nicht bei Kämpfen gefangen oder in einem Versteck gefunden. Am 22. Juli 2009 kam er auf dem Weg ins Westjordanland bei der israelischen Kontrollstelle Eres an. Er hatte zuvor eine Genehmigung von Israel erhalten, an einem Spiel seiner Mannschaft in Balata teilzunehmen. Dennoch wurde er bei der Kontrollstelle festgenommen und dreißig Tage lang verhört. Seitdem wird er ohne Anklage und ohne Verfahren gefangen gehalten.
 
Für Israel ist es ein Leichtes, PalästinenserInnen mit den fadenscheinigsten Vorwürfen anzuklagen und zu langen Gefängnisstrafen zu verurteilen. Die israelischen Militärgerichte sehen keinen Schutz der Rechte von PalästinenserInnen vor. Zivile Gerichte in Israel „glauben“ jede Lüge, die ihnen vom Inlandsgeheimdienst Schabak aufgetischt wird und verhängen eher noch schärfere Urteile gegen PalästinenserInnen, die „Verbrechen gegen die Staatssicherheit“ angeklagt sind, als die Militärgerichte. Wenn jemand „nur“ eine Gefängnisstrafe von zwei, drei oder vier Jahren bekommt, sagen alle: „Sehen Sie, wir wussten, dass sie nichts gegen sie oder ihn in der Hand haben.“
 
Mahmud Sarkas sitzt also ohne Anklage und ohne Prozess im Gefängnis, weil das israelische Regime zeigen kann, dass es das tun kann. Jetzt wollen sie ihn sterben lassen, um die Protestbewegung zu beenden und um zu zeigen, dass das das Leben von PalästinenserInnen – so wie ihre Freiheit – nichts wert ist. Dagegen können Sie etwas unternehmen:
 
•    eine Demonstration organisieren oder daran teilnehmen
 
•    eine Mahnwache abhalten
 
•    auf Facebook und anderen Medien darüber posten
 
•    Wände mit Graffiti und Losungen verzieren
 
•    Plakate gestalten
 
•    Bilder von Mahmud und Plakate anbringen
 
•    Briefe, Faxe und Unterschriftenlisten für seine Freilassung schreiben bzw. unterschreiben
 
•    Sie können Ihre Fußballmannschaft, Ihre Nationalmannschaft und/oder Sportverband auffordern, israelische Mannschaften und Verbände zu boykottieren, solange Israel die PalästinenserInnen unterdrückt und vor allem, so lange Israel sie nicht an Spielen und Wettkämpfen teilnehmen lässt.
 
•    Sie können Aktivitäten für den Boykott, den Abzug von Investitionen und für Sanktionen (BDS) organisieren und diese Mahmud Sarsak und allen anderen palästinensischen Gefangenen widmen.
 
•    Sie können mit ihren Freundinnen und Freunden sprechen und sie bitten, mitzuhelfen, Mahmud das Leben zu retten.
 
Wenn genug Menschen etwas tun, können wir Mahmud das Leben retten, denn Israel hat nicht wirklich etwas gegen ihn in der Hand. Israel kann nur dann mit seinen brutalen Menschenrechtsverletzungen weitermachen, wenn die Welt weiterhin dazu schweigt.
 
Wir müssen jetzt handeln!
 
Weitere Informationen zu Mahmud Sarsak:
 
An appeal from Mahmoud's family: http://mondoweiss.net/author/mahmoud-kamel-muhammad-sarsak
 
Electronic intifada: Interview with Mahmoud's father
 
http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/bbcs-world-football-int... in the BBC
 
Appeal from Addameer http://www.addameer.org/etemplate.php?id=484
and other human rights organizations

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