Business picture

„Hungrig nach Freiheit“…

12.10.2011

  Unter dem Motto „Hungrig nach Freiheit“ trat am Abend des Samstag, 8. Oktober 2011, in Haifa eine Gruppe von zwölf politischen Aktivistinnen und Aktivisten in Hungerstreik. Sie taten dies in Solidarität mit den palästinensischen Gefangenen in den israelischen Gefängnissen, die am 27. September aus Protest gegen die menschenunwürdige Behandlung in den israelischen Gefängnissen einen Hungerstreik begonnen hatten. „Das ist das Mindeste, was wir als Palästinenser für Gefangene tun können, die ihre Lebensjahre für die Sache geopfert haben“, sagte die 26-jährige Aktivistin Lana Khaskia, eine der Streikenden, die ein Protestzelt auf dem Almaniya-Platz in Haifa aufgeschlagen haben. In einem Pressekommunique brachten die Streikenden ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, den Streik bis zur Erfüllung der Forderungen der Gefangenen oder bis zum bitteren Ende durchzuführen. Das Protestzelt wurde zum Ansammlungspunkt der solidarischen Menschen in Haifa und zugleich zum Angriffspunkt jüdischer Extremisten. SalzverbotAls Reaktion auf den Hungerstreik isolierte die israelische Gefängnisbehörde die ersten Streikenden und verbot ihnen Salz zu sich zu nehmen. Salz wird bei Hungerstreiks üblicherweise verwendet, um das Elektrolytgleichgewicht im Körper aufrecht zu erhalten. Diese Maßnahme der Gefängnisbehörde bedeutet eine Steigerung der gesundheitlichen Schäden des Streikes bis hin zur unmittelbaren Lebensgefahr. Mittlerweile verschlechterte sich die gesundheitliche Situation des PFLP-Generalsekretärs Ahmad Saadat. Laut Berichte des Roten Kreuzes liegt er in Koma. Saadat befindet sich seit drei Jahren in Einzelhaft.   Nach und nach schlossen sich mehr palästinensische Gefangenen dem unbefristeten Hungerstreik an, der von den Gefangenen der PFLP begonnen wurde. Die israelischen Gefängnisbehörden reagieren bislang mit Repression und zynischen „Konzessionen“ wie etwa der Zulassung von ganzen Hühnern anstelle von Hühnerstücken für die Küchen. Das Komitee der Gefangenen warnte vor den trügerischen Vorschlägen der Gefängnisbehörde und forderte die sofortige Abschaffung der Isolationshaft als erste Bedingung, um den Streik zu beenden.   Solidarität breitet sich aus   In mehreren palästinensischen Städten auf den beiden Seiten der Mauer sowie weltweit wurden Solidaritätsdemonstrationen angekündigt. Im Gazastreifen schlossen sich auch ausländische Aktivisten aus Deutschland und Italien einem Solidaritätshungerstreik an.   Internationale Solidarität mit den streikenden Gefangenen ist umso wichtiger, da der Streik von den internationalen Medien bewusst ignoriert wird.   In Österreich fand am Samstag, 8. Oktober am Wiener Stephanplatz eine Solidaritätskundgebung statt. Weitere Aktionen wurden für den Dienstag, 11.Oktober und den Samstag, 15. Oktober angekündigt.

sfy39587f05