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Brief an den Österr. Außenminister bzgl. der "Rachel Corrie"

06.06.2011

zu Handen Herrn Dr. Michael Spindelegger
 
Sehr geehrter Herr Minister,
 
Genau vor einem Jahr ereignete sich der blutige Überfall auf dasSolidaritätsschiff  für Gaza "Mavi Marmara" in den internationalenGewässern, mit neun Opfern unter den friedlichen Menschenrechtsaktivisten. Ich habe auch die schätzenswerte Botschaft über Ihre Entrüstung dieser menschenverachtenden Tat der israelischen Regierung gelesen.
 
Die Lage in Gaza hat sich nicht verändert und sogar verschlimmert. Obwohl die neue ägyptische demokratische Regierung den Grenzübergang bei Rafah wieder geöffnet hat, kann die amerikanische humanitäre Hilfe des Handelsschiffs "Finch" seine Lieferung von PVC Rohrleitungen für das im israelischen Überfall  "Cast Lead" im Winter 2008/09 beschädigten Abwassersystem in Gaza nicht ausliefern. Obwohl die ägyptische Regierung die Durchfahrt garantiert hat, hat sie nun das Schiff und seine Besatzung seit  17. Mai 2011 blockiert, das heißt das Schiff kann nicht anlegen und die Crew kann nicht von Bord gehen. Die Trinkwasserversorgung ist spärlich und manbefürchtet Krankheiten. Die 12 mutigen Aktivisten sind nun bereits 3 Wochen Gefangene auf dem Schiff. Vor der Blockierung wurden sie von der israelischen Marine angegriffen und gezwungen zum ägyptischen Hafen zurückzukehren.
 
Wie ist es im 21. Jahrhundert möglich solche kriminellen Aktionen durchzuführen und noch dazu von allen Regierungen unterstützt zu werden?
 
Israel ist in den Augen der heutigen Welt (der Zivilgesellschaft) der Inbegriff der letzten brutalen Kolonialmacht, die sich nicht schämt, ein ganzes Volk vor den Augen der Welt zu vernichten. Ein Volk, das seit 1948 (Naqbah) beraubt, verfolgt und getötet wird. Das palästinensische Volk in den Flüchtlingslagern hat nicht einmal eine Staatsbürgerschaft, die jedem auf dieser Erde zusteht.
 
 
Israel "die einzige Demokratie im Nahen Osten" wie sie sich nennt, wird zum Hohn einer Demokratie.
 
Bitte Herr Minister, können Sie an die ägyptische Botschaft in Wien eine der Humanität entsprechende Nachricht überbringen, damit diese Barbarei zu einem Ende, kommt und das internationale Recht respektiert wird. Im Juni wird weiters eine Solidaritätsflotte aus Europa und eine aus den Vereinigten Staaten nach Gaza kommen. Ich hoffe, dass diesmal die internationalen Bestimmungen zu ihrem Recht kommen, und die mutigen Gerechtigkeitsaktivisten den Eindruck gewinnen werden in einer menschlichen Welt zu leben.
 
Herzliche Grüsse
 
Frigga Karl
 
Menschenrechtsaktivistin

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