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Der Fall Ahmad Sa'adat

02.06.2011

Ahmad Sa'adat ist ein politischer palästinensischer Führer, ein gewähltes Mitglied des Palästinensischen Legislativrates (PLC) und Generalsekretär der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), eine politisch linksgerichtete palästinensische Partei und die zweitgrößte Organisation innerhalb der Organisation zur Befreiung Palästinas (PLO). Er tilgt eine 30 jährige Haftstrafe in einem israelischen Gefängnis, bestraft für seine politische Tätigkeit und durch sein öffentliches Auftreten und ist seit März 2009 in den Isolationszellen der israelischen Haftanstalten, mit Verbot von Familienbesuch, Lesematerial und Zugang zu anderen Häftlingen. Sa'adat wurde am 14. März 2006 mit vier anderen Genossen aus dem palästinensischen Gefängnis in Jericho von einem israelischen militärischen Überfallskommando entführt.
 
Sa'adat wurde 1953 als Kind einer Flüchtlingsfamilie geboren, die 1948 aus dem Ort Deir Tarif, in der Nähe von Ramleh, verjagt wurde. Er ist ausgebildeter Mathematiklehrer und verheiratet mit Abla Sa'adat, eine bekannte Aktivistin. Er ist Vater von vier Kindern. Abla Sa'adat wurde mehrmals verhaftet und für 4 Monate gefangen gehalten und es wurde ihr verboten Palästina zu verlassen und über palästinensische Rechte auf internationalen Konferenzen zu sprechen. Als Student war Sa'adat seit 1967 in der palästinensischen nationalen Bewegung aktiv tätig. Vor seiner Entführung aus Jericho 2006 war er mehrere Male als politischer Häftling in israelischen Gefängnissen, insgesamt 10 Jahre. Sa'adat wurde 2001 zum Generalsekretär der PFLP gewählt, als Nachfolger des am 27. August 2001vom israelischen Militär in seinem Büro in Ramallah ermordeten Generalsekretärs Abu Ali Mustafa. Sa’adat wurde im Februar 2002 von der Palästinensischen Autoritätsbehörde gekidnappt. Während seiner ganzen Haft in den PA Gefängnissen wurde Sa'adat nie für ein Verbrechen angeklagt. Seine Bestrafung durch ein illegitimes militärisches Besatzungsgericht erfolgte nach sieben Jahren Haft und einem Prozess, der nach 5 Jahren in PA/US/britischer und israelischer Haft stattfand.
 
Sa'adat wurde zum nationalen palästinensischen Symbol für die Standhaftigkeit der Gefangenen durch seine Ablehnung der israelische Militärgerichte und seine Führungsrolle in der Gefangenenbewegung. Am 18. März 2009 wurde Sa'adat plötzlich vom Hadarim Gefängnis in das Asqelan Gefängnis in Isolationszellen versetzt, als Folge seiner weit verbreiteten, veröffentlichten Stellungnahmen, die Durchhaltekraft der Palästinenser in Gaza angesichts der Operation Cast Lead begrüßend.
 
Eine harte Anordnung von Sanktionen wurde gegen Sa'adat gerichtet, mit Verbot der Angehörigenbesuche, Verbot des Besuchs der Gefängniskantine und Geldstrafen. Diese Strafen kamen zusätzlich zu der Menge anderer drakonischer Strafen für Sa'adat als Resultat seiner Führungsrolle in der Gefangenenbewegung. Seine Isolationshaft wurde ständig verlängert, kürzlich am 3. Mai 2011. Er hat über 775 Tage in Isolation verbracht. Sa'adat hat diese neue Maßnahme mit einem Aufruf für notwendige und systematische Aktionen in Palästina und international zur Befreiung der palästinensischen Gefangenen und im besonderen gegen den "lebendigen Tod" der Isolations- und Einzelhaft beantwortet. Isolation ist bekannt für die schweren psychologischen Auswirkungen. Wie Sa'adat sagte, tötet die Isolation die Gefangenen "sozial, wenn nicht auch physisch."
 
ISOLATION :  "LANGSAMER TOD"Die Befreiungskampagne für Ahmad Sa'adatwww.freeahmadsaadat.org
 
"In Verteidigung der Gerechtigkeit für unsere Sache und in Verteidigung des legitimen Kampfes unseres Volkes gegen die Besatzung, weigere ich mich die Legitimität Eures Gerichtes anzuerkennen, Eure Besatzung zu legitimieren, oder vor beiden zu stehen. Denn was Ihr eine Liste von Anklagen und "Sicherheitsüberschreitungen" nennt, sind in Wirklichkeit meine patriotischen Pflichten... die allgemeine Pflicht zum Widerstand gegen Besatzung... Ich möchte wieder meinen Stolz ausdrücken, dass ich zur Palästinensischen Revolutionären Bewegung gehöre und deren Ausweitung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, die die Bausteine der internationalen Bewegung gegen das imperialistische System der Globalisierung bilden."Ahmad Sa'adat

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